Jacqueline Badran und ihr Blog ber Politik und Pinguine

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Blog über Politik und Pinguine

Kunst, Kultur, Politik und die Gerechtigkeit

Heute hatte ich einer der schönsten Veranstaltungen in meinem ganzen “Wahlkampf” (wie hasse ich diese Kriegsrethorik – aber so heisst das nunmal).

Klein aber fein, unaufgeregt dafür mit viel Sinn.

Ich war an einer Performance-Veranstaltung an Zürcher Theater Stok, organisiert vom DeutschSchweizer PEN Zentrum (Schweizerische Schriftsteller-Verband): Erst das Fressen, dann die Moral. Diskussion und Performance zu Wirtschaft und Gerechtigkeit.

Ich habe aus meiner Diplomarbeit an der HSG über Gerechtigkeit der Einkommens- und Vermögensverteilung in der Schweiz vorgelesen. Ein Künstler und eine Künstlerin (Jurczok und Melinda Nadj Abonji) haben wunderbare Lieder und Episoden gespielt zum Thema Gerechtigkeit.
Danach gab es eine Diskussion über den Stellenwert der Gerechtigkeit in Politik und Kunst.

Wie ist es gekommen, dass die Gerechtigkeit als “Kardinaltugend” entrohnt wurde und von der “Todsünde” Gier entmachtet wurde. Was macht es aus, dass das Wort Gerechtigkeit in der Politik ausgedeint hat? Nimmt man es in den Mund wird man in die ewiggestrige Utopisten Ecke gedrängt oder in die Neid-Ecke.

Die Politik muss aber die Verhältnisse erklären und die werden global in den letzten 20 Jahren immer ungerechter. Die Politik alleine kann das aber nicht tun. Kunst und Kultur müssen dringend mitziehen. Als Kunstlaiin habe ich aber das Gefühl, dass zumindest im deutschsprachigen Raum, die Kunst unpolitisch geworden ist und sich ins Private zurückgezogen hat. Gemeinsam haben wir uns gewünscht, dass dies ändern soll, wenn wir etwas in diesem Land bewegen wollen.

Eine Reaktion zu “Kunst, Kultur, Politik und die Gerechtigkeit”

  1. Stefan Wehmeier

    THEOLOGISCHE DEBATTEN DES MITTELALTERS

    “Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten.”

    Sir Arthur Charles Clarke (1917 – 2008)

    Machtausübung ist Dummheit und allgemeiner Wohlstand ist selbstverständlich – sobald die Religion überwunden ist, die schon immer die Aufgabe hatte, die Fehler der Makroökonomie aus dem Bewusstsein des arbeitenden Volkes auszublenden. Die Religion (Rückbindung auf einen künstlichen Archetyp) war solange notwendig und sinnvoll, wie niemand diese Fehler zu beheben wusste, die zwangsläufig zu systemischer Ungerechtigkeit und damit zu Massenarmut und Krieg führen. Ohne die selektive geistige Blindheit, die uns “wahnsinnig genug” für die Benutzung von Zinsgeld machte, und die noch heute die Menschheit in Herrscher (Zinsprofiteure) und Beherrschte (Zinsverlierer) unterteilt, wäre unsere Zivilisation nie entstanden.

    Erst der Prophet Jesus von Nazareth erkannte, wie die Makroökonomie zu gestalten ist, damit niemand einen unverdienten Gewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer (Frucht vom Baum der Erkenntnis) erzielen kann. Doch mit dem Cargo-Kult des Katholizismus mutierte die seit Jesus eigentlich überflüssige Religion vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode: weitere 1600 Jahre Massenarmut und Krieg, seit der Vernichtung der Gnosis (Kenntnis) im vierten Jahrhundert.

    Die “heilige katholische Kirche” degradierte das Genie zum moralisierenden Wanderprediger und projizierte das von Jesus vorhergesagte “Königreich des Vaters” (Freiwirtschaft, Vater der Kultur = Kreditangebot), in dem die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beendet ist, auf ein hypothetisches “Himmelreich” der Toten, nur um selbst eine “Moral” verkaufen zu können, die in der idealen Makroökonomie so sinnlos ist wie eine Taschenlampe bei Sonnenschein.

    Der religiöse Wahnsinn beließ die Menschheit in der systemischen Ungerechtigkeit des Privatkapitalismus (Erbsünde) und ließ so dem ersten Weltkrieg noch einen zweiten folgen, obwohl der Sozialphilosoph Silvio Gesell bereits 1916, unabhängig von der Heiligen Schrift und erstmals auf wissenschaftlicher Grundlage, genau das wieder beschrieb, was der geniale Prophet Jesus von Nazareth als erster Denker in der bekannten Geschichte als Wahrheit erkannt hatte: absolute Gerechtigkeit durch absolute Marktgerechtigkeit.

    Heute (2009) sind wir an genau dem Punkt angekommen, den die israelitische Priesterschaft schon vor 2600 Jahren vorhergesehen hatte: Wir stehen unmittelbar vor der globalen Liquiditätsfalle (Armageddon), der totalen Selbstvernichtung, denn der Krieg (umfassende Sachkapitalzerstörung) konnte nur solange der Vater aller Dinge sein, wie es noch keine Atomwaffen gab!

    Doch ein Atomkrieg ist gar nicht erforderlich, um unsere ganze “moderne Zivilisation” auszulöschen; es reicht aus, wenn wir weiterhin an den “lieben Gott” (künstlicher Archetyp: Jahwe = Investor) glauben und ein allgemeines Zwischentauschmittel mit parasitärer Wertaufbewahrungsfunktion (Zinsgeld) verwenden.

    Ich wünsche dem einstigen Land der Dichter und Denker Viel Erfolg bei der Auferstehung aus der religiösen Verblendung noch vor dem jüngsten Tag (1. Januar 2010).

    Mit freiwirtschaftlichem Gruß

    “The strong young man of the rising sun”

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